Industrie textile (1951)

Briefmarke aus Frankreich, 1951

Textilindustrie in Frankreich

Die Textilindustrie machte in Frankreich zwar weniger als ein Prozent am Gesamtkapital aller wirtschaftlichen Unternehmungen aus, gemessen an der großen Zahl der Arbeitskräfte zählte sie jedoch zu den wichtigsten Industrien.

Die französische Textilindustrie war bis 1850 größtenteils nicht industrialisiert. Lediglich die Baumwollindustrie machte in den ersten 50 Jahren des neunzehnten Jahrhunderts, besonders aber nach der flächendeckenden Einführung der Feinspinnmaschine, signifikante Fortschritte. Die Feinspinnmaschine brauchte allerdings von der Ersteinführung im Jahre 1782 bis zur landesweiten Verwendung lange Zeit. Diese Trägheit in der Verbreitung technischer Neuerungen beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Textilindustrie. Sie war vielmehr ein typisches Kennzeichen der französischen Wirtschaft, die auch die Dampfmaschine schon sehr früh verwendet hatte, und den Kokshochofen bereits seit 1785 kannte.

Die technischen Neuerungen zur Verarbeitung der Rohbaumwolle waren schon früh bekannt und auch die Organisation der Produktion im Fabriksystem war um 1830 weitgehend abgeschlossen. Die Baumwolle verarbeitende Industrie war der ‚Motor’ des Wachstums und des Entstehens anderer Industriezweige, indem sie eine gewaltige Nachfrage nach Webstühlen und Maschinen schuf und eine Vielzahl von Arbeitskräften beschäftigte.

In den anderen textilverarbeitenden Wirtschaftszweigen, mit Ausnahme des Textildrucks, setzten sich technische und organisatorische Neuerungen in der ersten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts nur langsam durch. Nach 1850 expandierten viele französische Textilunternehmen, was die Handwerker des Textilbereiches – die ländlichen Weber und Spinner – zwang, sich mit Niedriglöhnen abzufinden oder die Produktion gänzlich einzustellen. Von 1880 an verlangsamte sich das Wachstum der französischen konsumgüterorientierten Textilindustrie wieder, auch wenn nun auch die Hanf-, Wolle-, Jute- und Leinenverarbeitenden Industrien zunehmend technisiert wurden. Begründet werden kann diese – im Gegensatz zu den anderen durchaus florierenden Industrien – atypische Abschwächung des Wachstums mit der ausgeprägten Binnenmarktausrichtung Frankreichs einerseits und einer Verringerung des Lebensstandards der Bevölkerung andererseits, die nun nicht mehr in der Lage war, ebenso viel Geld wie zuvor für Textilprodukte auszugeben. Die gleichzeitige Verlangsamung des Bevölkerungswachstums verstärkte die weniger schnell steigende Nachfrage nach Textilien weiter.

Die Textilindustrie profitierte auch von Fortschritten und technischen Neuerungen im chemischen Bereich. Sie benötigte die von Chemiewerken produzierten Bleich-, Appretur- und Färbemittel, die die Technik des Textildrucks erst möglich machten. Ein weiterer wesentlicher Durchbruch für den Bedruck von Stoffen ergab sich aus der Entdeckung der künstlichen, vergleichsweise preisgünstigen Herstellung des Ultramarin, der als blauer Farbstoff diente. Bunter, insbesondere blauer Stoff wurde durch diese Entdeckung preisgünstiger und so für breitere Schichten erschwinglich.

Briefmarken mit Handmotiven

Die Deutsche Bundespost gab 1995 die Briefmarke „100 Jahre Entdeckung der Röntgenstrahlen“ heraus.

Das war meine erste Briefmarke mit einem Hand-Motiv. Weitere sollten in den nächsten Jahren folgen.

Bei meiner Suche nach weiteren Briefmarken mit „Händen“ wurde ich jahrelang unterstützt durch den Freiburger Philatelisten und Briefmarkenhändler Rüdiger Frey. Immer wieder wurde ich durch neue Funde aus aller Welt überrascht, ich bin Herrn Frey für diese intensive Suche und Mitarbeit sehr dankbar!